Chinesische Astrologie

In vielen umfangreichen Büchern der Chinesen ist noch heute nachzulesen, was ihre Vorfahren schon vor mehr als fünftausend Jahren erforschten: Den Werdegang des einzelnen im Leben, seine Stärken und Schwächen, kurz – sein Horoskop. Die Grundlage jeder Berechnung der Wahrsager und Astrologen des Reiches der Mitte ist die Phase des Mondes. So kommt es auch, dass der chinesische Kalender nicht wie bei uns am 1. Januar beginnt, sondern in der Zeit zwischen Ende Januar und Mitte Februar und daher ein Tierkreiszeichen z.B. vom 15.2. bis zum 2. oder 4.2. des darauffolgenden Jahres herrscht. Anders als der westliche Tierkreis, wird der chinesische Tierkreis zwar auch in einem Zwölfer- Rhythmus eingeteilt, jedoch werden diese in Jahren eingeteilt, statt wie bei uns in Monaten. Der Mondkalender der Chinesen soll das früheste Zeugnis der menschlichen Zeitrechnung sein und wurde im Jahre 2637 v. Chr. von Kaiser Huang -Ti etabliert. Seinen Ursprung fand er in dem Bemühen der Bauern, die Wetterperioden zu bestimmen und dadurch eine reiche und sichere Ernte zu erzielen; dieser Beweggrund führte wohl bei allen Völkern dazu, dass die Veränderungen am Himmel genau beobachtet wurde. In der abendländischen Astrologie bemüht der Sternendeuter neben den zwölf Tierkreiszeichen auch die Planeten, zu denen Sonne und Mond zählen, um mit deren Konstellationen ein vollständiges Horoskop zu erstellen. Bei den Chinesen gibt es des weitern fünf wesentliche Merkmale, die für die genaue Deutung eines Horoskops wichtig sind. Neben den zwölf Tierkreiszeichen, die Doppelstunden des Tages sowie Yin und Yang sind noch die fünf Elemente und die Jahreszeiten von Bedeutung.

Die zwölf Tierkreiszeichen

Nach der Legende soll Buddha an einem Neujahrsfest alle Tiere zu sich gerufen haben. Leider seien nur zwölf seinem Ruf gleich gefolgt: zuerst die Ratte, dann der Büffel, der Tiger, der Hase, der Drache, die Schlange, das Pferd, die Ziege, der Affe, der Hahn, der Hund und zuletzt das Schwein. Um diese folgsamen Tiere auszuzeichnen, habe er jedem ein Jahr geschenkt, in der Reihenfolge ihrer Ankunft, das es mit seinen Charakteristika ausstatten konnte. Wobei das Schwein nur durch einen Zufall dazukam, da wohl eine Einladung an die Katze nicht überbracht wurde. Deswegen gilt bist heute der Spruch „Welch ein Glück, ein Schwein zu sein“. Die listige Ratte aber überredete den gutmütigen Büffel, wegen ihrer kleinen Füßchen und dem langen Weg, auf seinem Rücken mitgenommen werden, um bei der Ankunft dann rechtzeitig abzuspringen, um als Erste anzukommen. Und so sei es zu dem zwölfjährigen Rhythmus in der chinesischen Astrologie gekommen.

Zwischenmenschliche Beziehungen zwischen den Tierkreiszeichen

Die Ratte

Sie versteht sich sehr gut mit dem Drachen, in der Liebe ist er für sie wohl der beste Partner. Obwohl sie Gefahr läuft, dafür nicht belohnt zu werden, versteht sie sich ebenso mit dem Affen. Mit dem Hasen wie auch mit dem Pferd kann sie sich nicht verstehen.

Der Büffel

Ideale Verbindung mit dem Hahn, gutes Einvernehmen mit der Schlange oder vielleicht mit der Ratte, wenn letztere wirklich verliebt ist. Der Affe verführt ihn, aber er sollte ihn, wie auch den Tiger, das Pferd und die Ziege meiden.

Der Tiger

Mit dem Pferd und mit dem Hund geht alles gut. Mit dem Drachen kann es eine stürmische Liaison geben. Er sollte dem tückischen Affen und dem Hasen misstrauen. Genauso sollte er sich nicht mit dem Büffel und der Schlange verbinden.

Der Hase

Gutes Einvernehmen mit dem Hund und dem Schwein. Vom Drachen wird er beherrscht. Keine gute Verbindung mit dem Hahn, der Ratte und vor allem nicht mit dem Tiger.

Der Drache

Der Drache versteht sich gut mit der Ratte, die in ihn verliebt ist, aber auch mit dem Hahn und dem Affen. Der Drachenmann wird von der Schlangenfrau angezogen. Kein Einvernehmen mit dem Tiger, dem Hasen und vor allem mit dem Hund.

Die Schlange

Zufrieden mit dem Hahn und dem Büffel wenn er sie beherrscht. Versteht sich weder mit dem Tiger noch mit dem Schwein. Ebenso wenig können auch zwei Schlangen miteinander leben.

Das Pferd

Es sollte sich die Ziege, den Tiger und den Hund als Komplizen suchen. Aber es sollte sich vor der Ratte, dem Affen und dem Büffel in acht nehmen. Zwei Pferde können auch nicht zusammenleben.

Die Ziege

Sie versteht sich gut mit dem Hasen, dem Pferd und dem Schwein, die sie so nehmen wie sie ist. Mit dem Büffel und dem Hund kann sie sich hingegen nicht verstehen.

Der Affe

Der Affe hat es in seinen Beziehungen nicht leicht. Wenn sich auch der Drache und die Ratte mit ihm verstehen können, ist dies beim Tiger wie auch beim Pferd nicht der Fall.

Der Hahn

Er ist mit dem Büffel und der Schlange glücklich, vor allem aber mit dem Drachen. Er hat wenig Verständnis für den Hund und nichts mit dem Hasen gemein. Zwei Hähne können nicht unter einem Dach leben.

Der Hund

Gut laufende Beziehung mit dem Hasen, dem Pferd oder mit dem Tiger. Hingegen wird er sein Glück nicht mit dem Drachen, der Ratte oder mit der Ziege finden.

Das Schwein

Es kann mit der Ziege oder mit dem Tiger, von dem es unterhalten wird, sein Glück finden. Vor allem aber mit dem Hasen durch den es Frieden erfährt. Mit der Schlange oder dem Hahn ist keine Harmonie möglich.

Die Doppelstunde der Geburt

Wie schon erwähnt, ließen die chinesischen Astrologen die Tierkreiszeichen nicht als einziges Merkmal zu. So zogen sie weitere Bereiche hinzu wie zum Beispiel die Doppelstunde der Geburt. Sie erforschten, dass die Doppelstunde der Geburt jedes einzelnen Menschen für genauere Charakteristik des Individuums wichtig sei. Zusätzlich wird jeder Tag in zwölf Abschnitte unterteilt, so dass alle zwei Stunden der Aszendent ins nächste Zeichen wechselt; das ermöglicht eine individuelle Deutung. Den Anfang macht um 23 Uhr die Stunde (genauer Doppelstunde) der Ratte; den Abschluss bildet die Stunde des Schweins, die um 21 Uhr beginnt und um 22.59 Uhr endet.

Yin und Yang

In der chinesischen Philosophie, aber vor allem auch in der Astrologie werden seit ca. dem fünften Jahrhundert v. Chr. auch das Yin und Yang mit eingebracht. So schrieb man dem Yin(das Dunkle) das Weibliche, die Nachgiebigkeit, die Erde zu. Dem Yang (das Helle) entsprach das Männliche, die Stärke, der Himmel. Yin und Yang sind die ständig rotierenden Kräfte im Leben eines jeden Menschen. Sie beeinflussen seine Gesundheit, seinen Erfolg und sein Glück. Zu Yin tendieren mehr die Menschen aus den Zeichen Ratte, Büffel, Hase und Schwein. Sie sind im Allgemeinen von recht stabiler Gesundheit, ruhig und in Maßen selbstbewusst. Oft haben sie Angst, dass sie ihre Lebenskraft vergeuden könnten. Deshalb sind sie stets egoistisch darauf bedacht, dass Beste aus sich herauszuholen. Zu Yang die aus den Zeichen Tiger, Drache, Schlange, Pferd, Ziege und Hahn. Sie sind nicht ganz so stabil, geben sich gegen jedermann freundlich und hilfsbereit. Wenn sie einmal etwas geplant haben wollen sie unabhängig entscheiden und es durchsetzen können. Der Mensch aus dem Affe -Zeichen tendiert entweder zu Yin oder zu Yang.

Die fünf Elemente

Der dem Mondkalender zugrundeliegende Zyklus resultiert aus fünf einfachen Zyklen, die jeweils diese zwölf Jahre der Tiere umfassen. Es sind fünf Zyklen, weil die chinesische Astrologie auf der Lehre von fünf Elementen basiert, welche Metall, Wasser, Holz, Feuer und Erde sind. Im abendländischen Kalender werden sie in folgender Reihenfolge untergebracht: Wer in einem Jahr geboren wurde deren letzte Ziffer eine 1 oder 6 ist, beherrscht das Wasser den Menschen. Das Element Wasser lässt uns vom Glück und der Liebe träumen und schenkt uns schöne Stunden. Genauso steht es aber auch für den Hang zu Illusionen und für wenig Realitätssinn. Dieses Element gehört dem Planeten Merkur als „Wasserstern“ an. Die Endziffer 2 und 7 im Geburtsjahr werden dem Element Feuer zugeschrieben. Es schildert einen feurigen Menschen, der mit viel Kraft seine Karriere ansteuert. Er neigt zu Arroganz und sogar dazu, Menschen zu unterdrücken. Das Element Feuer wird dem Mars zugeordnet „Feuerstern“ Geburtsjahre mit den Endziffern 3 und 8 schließen auf das Element Holz. Es steht für einen friedliebenden Menschen der allen Mitmenschen wohl will und manchmal gerade darum scheitert. Um zum gesetzten Ziel zu gelangen reicht oft der gute Wille alleine nicht aus. Das Element Holz wird dem „Holzstern“, also dem Jupiter zugeordnet. Das Element Metall erkennt man an den Endziffern 4 und 9. Diese Geborenen stehen für Härte und Risikofreude. Man verteidigt jeden der in Gefahr kommt am Leben zu scheitern und man möchte immer das Beste. Das Element Metall, der Metallstern, wird dem Planeten Venus zugeschrieben . Übrig bleiben die Endziffern 5 und 0 welche dem Element Erde zuzuordnen sind. Dieses Element lässt stets hohe Ideale ansteuern. Es steht für Selbstbewusstsein und Redlichkeit. Im Gegensatz dazu kann sie für Sturheit stehen, die eigene Meinung durchsetzen zu wollen und andere Meinungen zu unterdrücken. Unter diesem Element findet sich die Zuordnung von Saturn als „Erdstern“.

Die Jahreszeiten

Das Letzte wesentliche Merkmal für eine genaue Deutung eines Horoskops ist die Jahreszeit in der ein Mensch geboren ist. Wer im Frühling geboren wurde ist ein anderer Mensch als der, der im Herbst das Licht der Welt erblickte. Frühlingstypen sind aufgeschlossener und entschieden Selbstbewusster als die Wintertypen. Sie sprechen eher auf die schönen Dinge des Lebens an. Diejenigen die im Sommer Geburtstag haben, sind sonnige Typen und voller Wärme. Durch ihr sonniges Gemüt werden sie oft zum Vorbild anderer. Herbst Geborene sind eher in sich gekehrt aber auch reifer als alle anderen. Obwohl sie viel planen, scheitern sie oft daran, da mangelnde Willensstärke sie an ihrer praktischen Durchführung hindert.